Begriffserklärungen Sado, Maso, Meister, Sklave

Auf dieser Webseite wird häufig vom "Sklaven" geredet. Wenn man es aber ganz genau nimmt, ist der Begriff "Sklave" nicht richtig gewählt. Eigentlich müsste der Begriff "Maso" verwendet werden. Diese Verwechslung habe ich zum Anlass genommen, ein kleines Lexikon der einfach zu verwechselnden Begriffe im SM zu erstellen.

Ich habe versucht, eine eindeutige Begriffserklärung in verschiedenen Büchern und im Internet zu finden. Um es vorweg zu nehmen, es ist mir nicht eindeutig gelungen. Wann welcher Begriff angewendet wird, scheint eine Entscheidungssache des Verfassers der Texte zu sein. Ich konnte sogar Texte finden, in denen der Sub mal als Maso, mal als Sklave bezeichnet wird. Die nachfolgende Begriffserklärung der Begriffe stammt daher aus keinem Lexikon, von keiner Webseite und aus keinem mir bekannten Buch. Es ist der Versuch, aus den mir zur Verfügung stehenden Informationen das Beste herauszuholen.

Der Maso
Der Sklave
Gegenüberstellung Maso - Sklave
Der Sado
Der Meister
Gegenüberstellung Sado - Meister
Der Switcher
Typ 1: der festgelegte Switcher
Typ 2: der unentschlossene Switcher
Typ 3: Der Not-Switcher

Der Maso

Der Maso ist ein häufig vorkommender Typ Mann. Er liebt die Demütigung, Unterdrückung und schreckt vor Schmerzen selischer und körperlicher Natur nicht zurück. Ganz im Gegenteil. Der Maso ist immer auf der Suche nach einem dominanten Typ Mann (einem Sado), welcher ihm seine Wünsche erfüllen kann und will. Er nimmt des Öfteren an SM-Sessions teil und nimmt hier die untergeordnete Rolle ein. Seine Phantasien und Wünsche sind so extrem vielfältig, dass sie unmöglich in eine Schublade einsortiert werden können. Ebenso vielfältig ist der Grad der Demütigung, Unterdrückung und Schmerzempfängnis. Der eine Maso mag es lieber etwas sanfter, aber dennoch für ihn schmerzvoll, und der andere Maso mag es so heftig wie irgendwie möglich. Zwischen sanft und extrem hart gibt es stufenlose Einteilungen. Der Maso träumt häufig davon, seine SM-Ambitionen in Form von Rollenspielen wie z. B. Petplay, Lehrer-Schüler, Arzt-Patient usw. zu verwirklichen. Eine große Zahl der Masos sehen sich als "Sklave" in einem Rollenspiel wie z. B. Meister-Sklave. Daher sind viele Masos der Überzeugung, ein Sklave zu sein und bieten sich einem dominanten Mann dementsprechend als "Sklave" an. Einer dauerhaften Bindung an den dominanten Part steht der Maso grundsätzlich skeptisch gegenüber. Er lehnt eine dauerhafte Beziehung zum Sado ab und bekommt es mit der Angst zu tun, sich einem SM-Master mehr als 2x oder 3x hinzugeben. Hieraus ergibt sich für den Maso das Problem, stets auf der Suche nach einem neuen Sado zu sein. Dieser Umstand wiederum gibt ihm die Möglichkeit, BDSM in den verschiedensten Fassetten kennenzulernen und auszuleben. Der Maso geht mit seinem Sado eine Zweckgemeinschaft ein.

Kurzgesagt:

Der Maso

  • ist kein "Sklave"
  • liebt die Demütigung und Unterdrückung
  • schreckt vor Schmerzen nicht zurück
  • ist stets auf der Suche nach einem dominanten Mann, dem Sado
  • nimmt gerne an Sessions teil
  • möchte seine Phantasien verwirklichen
  • ist nicht bereit, sich dauerhaft zu binden
  • will möglichst viel BDSM kennenlernen

Der Sklave

Der "Sklave" wiederum ist ein seltener Typ Mann. Die meisten Sklaven sind Masos gewesen oder sind es noch immer. Dennoch unterscheiden sich Maso und Sklave in einigen Punkten grundsätzlich voneinander. Der Sklave ist auf der Suche nach einem Meister, dem er sein Leben anvertrauen würde. Der Sklave macht sich dadurch von seinem Meister abhängig. Er möchte dem gefundenen Meister seine ganze Liebe und Hingabe zur Verfügung stellen. Dafür ist der Sklave bereit, alles aufzugeben, was er in seinem Leben gelernt und erworben hat. Hiervon gibt es seitens des Sklaven keine Ausnahme. Dafür erwartet der Sklave von seinem Meister die gleiche Hingabe, ihn auszubilden, wie er (der Sklave) bereit ist, ihm (dem Meister) alles und noch mehr zu geben. Die gleiche Liebe, die der Sklave dem Meister entgegenbringt, möchte der Sklave zurückbekommen. Der Wunsch einer Ausbildung des Sklaven ist auf beiden Seiten, also beim Sklaven genauso hoch, wie beim Meister. Der Sklave sieht seinen Sinn nur noch darin, seinem Meister zu dienen. Und dies in allen erdenklichen Lebenssituationen.
Der Sklave möchte dabei jedoch nicht seine Wünsche und Phantasien seiner Masozeit vermissen. Er erwartet dementsprechend von seinem Meister, dass Dieser ihm seine Wünsche und Phantasien erfüllt. Der Meister macht dies so gut er kann und pflechtet die Umsetzung der Phantasien und Wünsche in die Ausbildung des Sklaven ein. Der Sklave ist ein sehr großer Geber, während er im Verhältnis dazu ein recht kleiner Nehmer ist. Dieses Verhältnis zwischen Geben und Nehmen ist beim Sklaven meistens genauso groß, wie bei seinem Meister. Findet der Sklave einen Meister, bei dem dieses Verhältnis dem Sklaven entsprechend ausgeglichen ist, so kann eine lebenslange ausdauernde Master-Sklave-Beziehung daraus entstehen. Das Verhältnis zwischen Meister und Sklave ist zu einem großen Teil durch die gegenseitigeLiebe zueinander geprägt. Diese Liebe beruht auf das gemeinsame Interesse (BDSM) und manchmal auch auf Armors Pfeil. Obwohl auch der Sklave gerne an Sessions teilnimmt, ist es ihm selten möglich, in einer Session Befriedigung zu finden. Der Sklave findet seine selische und körperliche Befriedigung darin, sein Leben als eine lange, nie enden wollende Session zu betrachten. Der Sklave lebt seine Session.

Kurzgesagt

Der Sklave

  • will sich nur noch einem einzigen Meister hingeben
  • will sich von seinem Meister abhängig machen
  • ist bereit, sein gesamtes bisheriges Leben aufzugeben
  • führt mit dem Meister eine Liebesbeziehung und keine Zweckgemeinschaft
  • ist bereit, den Schritt vom Maso zum Sklaven zu gehen
  • ist bereit, für den Meister alles zu tun
  • ist bereit, sein ganzes Hab und Gut dem Meister "zu schenken"
  • nimmt gerne an Sessions teil obwohl er dabei keine Befriedigung erlangt
  • möchte seine Phantasien verwirklichen
  • stellt sich sein Sklavenleben als eine nie enden wollende Session vor und erlangt dadurch seine Befriedigung

Gegenüberstellung Maso - Sklave

Wie zu lesen, ist der Sklave dem Maso einen großen Schritt voraus. Während der Maso alles behält, was ihm lieb und teuer ist, ist der Sklave bereit dazu, all Dies für seinen Meister aufzugeben. Während der Maso regelmäßig auf der Suche nach einem neuen Sado ist,so hat die Suche nach einem Meister für den Sklaven ein Ende gefunden. Während der Maso während und nach einer Session seine Persönlichkeit behält oder wiedererlangt, ist der Sklave gewillt, seine Persönlichkeit einzig und allein auf seinen Meister zu konzentrieren. Der Maso behält seine volle Selbständigkeit, während der Sklave bereit ist, zumindest einen Teil seiner Selbständigkeit aufzugeben.

Der Sado

Der Sado ist das passende Gegenstück zum Maso. Der Sado ist meist dominant und sadistisch veranlagt. 2 Attribute, die vom Maso gesucht und gewünscht sind. Der Sado ist meistens auf der Suche nach einem Maso, wenn auch nicht so intensiv, wie der Maso. Er nimmt seine "Rolle" als Sado zumeist nur während einer Session ein und übernimmt dabei die Kontrolle für die gesamte Zeit der Session. Ist die Session beendet, begegnen sich Sado und Maso auf gleicher Augenhöhe. Der Sado gibt den Ablauf einer Session vor und behält stets den Überblick und die Kontrolle. Er räumt dem Maso ein Mitspracherecht zum Ablauf der anstehenden Session ein. Eine vom Sado geleitete Session kann zwischen ein paar Stunden und mehreren Tagen andauern. Ziel des Sado ist es, seine Wünsche und Phantasien real ausleben zu können. Allerdings steht er, genau wie der Maso, einer dauerhaften Beziehung skeptisch gegenüber. Dennoch ist es möglich, dass Sado und Maso ein Liebespaar sind, die sogar im gleichen Haushalt leben. Doch der Sado nimmt seine Rolle bewusst nur innerhalb einer Session war.

Kurzgesagt

Der Sado

  • ist auf der Suche nach einem Maso
  • realisiert seine Wünsche und Phantasien in einer Session
  • ist mit dem Maso nach einer Session auf gleicher Augenhöhe
  • möchte keine dauerhafte Liebesbeziehung

Der Meister

Der Meister ist genauso selten, wie der Sklave und stellt das passende Gegenstück zum Sklaven dar. Der Meister ist selten auf der Suche nach einem Sklaven. Er lässt sich lieber finden, was Dritten gegenüber eher einen devoten als dominanten Eindruck macht. Doch dieser Eindruck ist falsch. Da der Meister sehr genau weiß, dass Sklaven sehr selten sind, sucht er gar nicht erst. Der Meister wird erst zum Meister, wenn er einen Sklaven besitzt, der den Meister akzeptiert. Der Meister geht mit seinem Sklaven in den meisten Fällen eine Beziehung zwischen Sado und Maso ein. Diese Beziehung festigt sich im Laufe der Zeit so stark, dass beide eine andauernde Session leben. Eine Beziehung, die zwar auf BDSM beruht, aber später durch Liebe und gegenseitige Zuneigung zumindest teilweise ausgetauscht werden kann. Der Meister übernimmt freiwillig die volle Kontrolle des Sklaven, und das nicht nur während einer Session. Er will, dass sich der Sklave von ihm abhängig macht, bemüht sich, die Wünsche des Sklaven zu erfüllen und dessen Phantasien real werden zu lassen. Dabei achtet der Meister stets darauf, dass dem Sklaven nichts geschieht, was dessen Leben in Gefahr bringen kann. Der Meister hat eine sehr große Verantwortung für den Sklaven übernommen und das macht er sehr gerne. Die gesamte Hingabe des Sklaven erwidert der Meister in gleichem Umfang. Dabei verliert der Meister jedoch niemals das Ziel aus den Augen. Das Ziel ist es, den Sklaven nach den Wünschen des Meisters zu erziehen und zu formen. Ein Meister fällt nicht vom Himmel, sondern versucht sich erst als Sado, bevor er in den Meisterstand erhoben wird. Da er den Meisterstand erst erhält, wenn er einen Sklaven sein Eigen nennt, ist der Meister ohne Sklave weiterhin ein Sado.

Zusammengefasst Der Meister

  • sucht nicht. Er lässt sich finden
  • wünscht einen Sklaven für den Rest seines Lebens, mind. jedoch für eine lange Zeit
  • wünscht sich die Abhängigkeit des Sklaven
  • übernimmt die volle Verantwortung für den Sklaven
  • trägt die Verantwortung während einer Session
  • nimmt gerne an Sessions teil

Der Switcher

Der Begriff "Switcher" kommt aus dem Englischen und bedeutet schalten oder wechseln. Der Switcher im BDSM ist ein nicht selten vorkommender Partner. Er verträgt sich sowohl mit dem Maso, dem Sklaven, dem Sado als auch mit dem Meister. Er ist deshalb für jeden BDSMler ein willkommener Partner. Der Switcher zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit im Bezug auf seiner Rolle innerhalb einer Session aus. Er kann sowohl die aktive Sado- als auch die passive Masorolle ausüben. Er ist aber auch fähig, innerhalb einer Session vom BDSM zum Nicht-BDSM-Sex überzugehen und wieder zurückzukehren. Es gibt im Grundsatz 2 verschiedene Switchertypen:

Typ 1, der festgelegte Switcher

Er möchte zu Beginn klare Rollen verteilt wissen. Es ist ihm meistens unwichtig, welche Rolle er in einer Session ausübt. Ist sein Partner der Aktive, übernimmt er von Beginn an bis zu Sessionende die passive Rolle. Ist sein Partner der Passive, übernimmt er mindestens genauso gerne während der gesamten Session die aktive Rolle. Der Switcher vom Typ 1 ist nicht im Stande, während einer Session die Rollen zu tauschen. Dies will er auch nicht.

Switcher Typ 1 im Überblick:

  • Er füllt die passive Rolle aus
  • er füllt die aktive Rolle aus
  • er behält während einer Session seine Rolle bei
  • er kommt mit seinen Sexpartnern meistens sehr gut zurecht
  • er hat die Chance auf viele gute Sessions
  • er kann seine Rolle nicht wechseln

Typ 2: der unentschlossene Switcher

Der Switcher vom Typ 2 übernimmt sowohl die aktive als auch die passive Rolle. Welche Rolle er bei einer Session ausübt, lässt er den Zufall entscheiden. Während der Switcher vom Typ 1 bei seiner Rolle bleibt, ist der Switcher vom Typ 2 im Stande - und meistens auch willens - seine Rolle innerhalb einer Session zu wechseln. Er kann eine Session als Passiver beginnen und während der Session zu einem Aktiven wechseln. Es ist durchaus möglich, dass der Switcher Typ 2 seine Rolle innerhalb einer Session mehrmals wechselt. Der Switcher vom Typ 2 zieht zwar eine Rollenverteilung zu Beginn einer Session vor, kann sich aber sehr schnell auf seine ihm zugewiesene Rolle einstellen. Er kann in einer Sekunde Sado und in der nächsten Sekunde plötzlich Maso sein. Dieser Umstand ist es, weshalb der Switcher dieses Typs öfter als alle anderen Switcher eine Session abbrechen muss, weil sich sein Partner gar nicht oder nur sehr schwer auf ihn einstellen kann.

Switcher Typ 2 im Überblick:

  • er füllt die passive Rolle aus
  • Er füllt die aktive Rolle aus
  • er wechselt während einer Session seine Rolle
  • er kann seine Rolle mehrmals in einer Session wechseln
  • Er findet selten geeignete Sexpartner, die keine Switcher sind

Typ 3: Der Not-Switcher

Den Not-Switcher könnte man auch als "klassischen" Switcher bezeichnen. Er ist normalerweise kein Switcher im Sinne des Typ 1 oder 2, sondern stellt einen besonderen Typ dar. Der Not-Switcher nimmt die Sado- oder Masorolle nur dann ein, wenn ein Überhang an Sados oder Masos vorhanden ist. Existiert ein Überhang an Masos in der Gruppe, nimmt der Not-Switcher die Sadorolle ein und umgekehrt. Der Not-Switcher nimmt im anderen Fall eine klare Position ein und definiert sich selbst entweder als Sado/Meister oder Maso/Sklave. Der Not-Switcher nimmt bei Bedarf seine Rolle zu Beginn einer Session ein und ändert sie bis Sessionende nicht.

Überblick Not-Switcher

  • Er nimmt eine Rolle ein, wenn es notwendig ist
  • er definiert sich selbst an eine klare Position
  • er behält seine Rolle bis Sessionende bei